BVkE-Info 3/2026
Die inklusive Weiterentwicklung der Kinder- und Jugendhilfe stellt einen fachpolitischen Aufbruch dar - trotz des schwachen Reformimpulses.
Die Überarbeitung des SGB VIII hätte ein Meilenstein werden können. Viele in der Fachwelt hatten gehofft, dass der aktuelle Reformentwurf die Inklusion endlich konsequent verankert, Zuständigkeiten klarer ordnet und die strukturelle Trennung zwischen Jugendhilfe und Eingliederungshilfe überwindet. Doch der große Wurf bleibt aus. Für ein soziales Feld, das längst weiß, dass junge Menschen mit Beeinträchtigungen nicht in parallelen Systemen aufwachsen sollten, ist das ernüchternd.
Gleichzeitig zeigt sich gerade jetzt, wie stark die Kinder- und Jugendhilfe ist, wenn sie sich nicht allein auf Gesetzesänderungen verlässt. Inklusion ist kein Paragraf, sondern eine professionelle Haltung und ein Entwicklungsprozess, den Träger selbst gestalten können. "Inklusion jetzt! Erst Recht!" - Wer das Thema weiter voranbringt, geht nicht gegen den Gesetzgeber, sondern über ihn hinaus - und stärkt damit die eigene fachliche Position.
Die Themenschwerpunkte in dieser Ausgabe sind deshalb:
- Aktuelle Reformbestrebungen
- Was Fachkräfte brauchen, damit inklusive Jugendhilfe gelingt
- Aus der Praxis: KIESA-Projekt
- Nachgedacht: Fachkräfte sind die Basis der Kinder- und Jugendhilfe
