Vorläufige Checkliste

Um die  Checkliste zur Prävention sexualisierter Gewalt in katholischen Einrichtungen und Diensten der Erziehungshilfe herunterzuladen, klicken Sie bitte auf die obenstehende Grafik.

 
 

Checkliste zur Prävention von (sexualisierter) Gewalt in katholischen Einrichtungen und Diensten der Erziehungshilfe

Der BVkE war Träger des von der Glücksspirale geförderten Projektes „Prävention von (sexualisierter) Gewalt in katholischen Einrichtungen und Diensten der Erziehungshilfe“, das im Juli 2011 startete und im Juni 2014 endete. Das Projekt, an dem sich elf Einrichtungen aus dem Bereich der stationären Erziehungshilfe beteiligt haben, wurde operativ umgesetzt durch das Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ).

Hintergrund
Von (sexualisierter) Gewalt betroffen sind Kinder aller Altersgruppen. Der Anteil der Kinder zum Beispiel, die im Vorschulalter sexuell missbraucht werden, liegt bei 8-14% und das Durchschnittsalter der missbrauchten Kinder bei ca. 11 Jahren. Betroffen sind vor allem Kinder aus Familien, die verschiedene Belastungsmerkmale, wie Alkohol- oder Drogenmissbrauch, Gewalt oder auch Vernachlässigung, aufweisen. Daraus leitet sich die Strategie potenzieller Täter ab, sich vor allem in das Vertrauen der Kinder einzuschleichen, die in ihrer Familie wenig Schutz und Fürsorge erfahren. Betroffen sind dementsprechend auch Institutionen der Erziehungshilfe, in denen Kinder und Jugendliche über einen zum Teil sehr langen Zeitraum – in teilweise familienähnlicher Beziehung – dem Schutz und der Fürsorge der Einrichtungsmitarbeiter anvertraut sind. In den letzten Jahren häuften sich die Meldungen über körperliche (auch sexuelle) und psychische Übergriffe gegenüber diesen Kindern und Jugendlichen – auch in Einrichtungen in katholischer Trägerschaft.

Projektziele
Damit es zukünftig besser möglich ist, Kinder und Jugendliche gegen (sexualisierte) Gewalt innerhalb von Jugendhilfeeinrichtungen nachhaltig zu schützen, müssen zum einen Schwächen und Fehler in der Vergangenheit aufgedeckt und analysiert werden, zum anderen ist eine intensive Präventions- und Aufklärungsarbeit mit systematisierten Handlungsempfehlungen für die Mitarbeiter in den betreuenden Einrichtungen notwendig. Mit dem Projekt wurden daher die folgenden Arbeitsziele verfolgt:

  • Entwicklung einer Checkliste mit Standards zur Prävention von (sexuellem) Missbrauch bzw. (sexualisierter) Gewalt in Kinder- und Jugendhilfeeinrichtungen (z. B. Beteiligungsinstrumente, obligatorische Vorlage von Führungszeugnissen bei Bewerbungen) 
  • Untersuchung grundlegender Fragestellungen:
    - Was wurde in der Vergangenheit zur Prävention von (sexualisierter) Gewalt getan?
    - Welche Strategien zur Prävention von (sexualisierter) Gewalt werden in Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe aktuell umgesetzt?
    - Was wird aktuell für die Zukunft zur Prävention von (sexualisierter) Gewalt entwickelt?
  • Entwicklung von Empfehlungen für adäquate Präventionsstrategien
  • Wissenschaftlich begleitete Implementierung dieser Empfehlungen in teilnehmenden Jugendhilfeeinrichtungen.
  • Evaluation der Implementierung in Form einer Längsschnittuntersuchung über die dauerhafte Entwicklung innerhalb der beteiligten Einrichtungen.


Als Generalziel des Projekts sollten damit verbindliche Rahmenbedingungen für Träger stationärer Erziehungshilfeeinrichtungen geschaffen werden, die benachteiligten jungen Menschen einen verbesserten Schutz ihrer Persönlichkeit und damit nachhaltig bessere Entwicklungsmöglichkeiten im Rahmen ihrer Jugendhilfemaßnahmen bieten.


Projektumsetzung
Das Projekt hatte eine Laufzeit von 3 Jahren. In diesem Zeitraum wurde nach eingehender Literaturanalyse und auf Basis einer daraus resultierenden vorläufigen Checkliste möglicher Präventionsstandards in elf Projekteinrichtungen die (Weiter-)Entwicklung eines einrichtungsbezogen zugeschnittenen Präventionskonzepts wissenschaftlich begleitet. Die individuellen Entwicklungen innerhalb dieser Einrichtungen wurden dabei in Form einer Prä-Post-Untersuchung evaluiert und schriftlich dokumentiert. Aus den Erfahrungen der unterschiedlich verlaufenen Entwicklungsprozesse heraus wurde eine Präventions-Checkliste erstellt.

Die Dokumentation des Projektes Sexuelle Gewalt in der Erziehungshilfe - Prävention und Handlungsempfehlungen (Link zum Buch ) ist ebenfalls erschienen.

Die Checkliste finden Sie rechts nebenstehend zum Herunterladen.

Im vorliegenden Handbuch werden zentrale Ergebnisse dieses Projekts dargestellt – insbesondere eine praxiserprobte Checkliste, die Einrichtungen und Diensten der Erziehungshilfe als Grundlage zur eigenen Risikoanalyse dienen kann.

Michael Macsenaere, Joachim Klein, Michael
Gassmann, Stephan Hiller (Hg.)
Sexuelle Gewalt in der Erziehungshilfe
Prävention und Handlungsempfehlungen
2015, ca. 300 Seiten, kartoniert

 ISBN 978-3-7841-2743-9

 

 


Das Projekt wird aus Mitteln der Glückspirale finanziert. Die BVkE Geschäftsstelle und das IKJ betreuen gemeinsam das Projekt.