Berlin/Freiburg, 18. September 2026
Wie können Einrichtungen der Kinder- und Jugendhilfe notwendige Modernisierungen, energetische Sanierungen und Maßnahmen zur Barrierefreiheit finanzieren? Diese Fragen standen im Mittelpunkt eines Besuchs von Dr. Friedrich von Schoenfeld, Vorstand des Deutschen Caritasverbandes (DCV), im Haus Conradshöhe in Berlin. Die Einrichtung ist Mitglied im Bundesverband Caritas Kinder- und Jugendhilfe (BVkE).
Mit den Besuchen in seinen Mitgliedseinrichtungen möchte der BVkE die Themen und Herausforderungen der Kinder- und Jugendhilfe unmittelbar erfahrbar machen und in den Vorstand des Deutschen Caritasverbandes transportieren. Der Austausch vor Ort ermöglicht es, politische und finanzielle Rahmenbedingungen mit den konkreten Erfahrungen der Einrichtungen zu verbinden.
Das Haus Conradshöhe, eine Einrichtung des Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF) begleitet Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit unterschiedlichen Unterstützungsbedarfen. Ziel der pädagogisch-therapeutischen Arbeit ist es, ihre persönliche Entwicklung, Selbstständigkeit und gesellschaftliche Teilhabe zu fördern. Bei einem Rundgang erhielt Dr. von Schoenfeld Einblicke in die Wohn-, Lern-, Therapie- und Freizeitangebote der Einrichtung. An bereits modernisierten Gebäuden wurden die erreichten Verbesserungen sowie bisherige Finanzierungswege erläutert. Noch nicht sanierte Gebäude machten zugleich den bestehenden Investitionsstau und die Herausforderungen bei energetischer Sanierung, Barrierefreiheit, Klimaanpassung und Instandhaltung sichtbar.
"Wer jungen Menschen gute Entwicklungsmöglichkeiten bieten will, muss auch für zeitgemäße, sichere und nachhaltige Gebäude sorgen. Viele Einrichtungen stehen jedoch vor erheblichen Investitionen, die sie aus eigener Kraft nicht bewältigen können. Das Sondervermögen des Bundes muss deshalb so ausgestaltet werden, dass auch die soziale Infrastruktur und die freien Träger der Kinder- und Jugendhilfe davon profitieren. Investitionen in unsere Einrichtungen sind Investitionen in Teilhabe, Bildung und Zukunft", betonte Yvonne Fritz, Vorständin des Bundesverbandes Sozialdienstes katholischer Frauen (SkF).
Im anschließenden Fachgespräch wurden mögliche Finanzierungswege aus dem Sondervermögen des Bundes sowie die Rahmenbedingungen der Finanzierung nach dem SGB VIII und dem SGB IX erörtert. Dabei ging es auch um die Grenzen der aktuell geforderten Einsparungen. Nach Auffassung des BVkE dürfen Konsolidierungsbemühungen weder die Qualität der Hilfen noch die Rechte und Entwicklungschancen junger Menschen beeinträchtigen. Schon heute stehen die Einrichtungen unter hohem Kosten-, Investitions- und Fachkräftedruck.
Der Besuch machte deutlich: Eine leistungsfähige Kinder- und Jugendhilfe braucht eine verlässliche Finanzierung der laufenden Angebote und zugleich langfristige Investitionsprogramme. Insbesondere bei energetischer Sanierung, Klimaanpassung, Digitalisierung und Barrierefreiheit benötigen freie Träger einen realistischen Zugang zu Fördermitteln. Der BVkE wird diese Anliegen gemeinsam mit dem Deutschen Caritasverband weiter in die politische Diskussion auf Bundesebene einbringen.