Fachtagung am 29.11.2018 in Berlin 18 sticht! Faire Teilhabechancen für alle jungen Menschen

Die Zeit ist reif, für einen Rechtstatbestand „Care Leaving“ im SGB VIII, damit Übergänge vom Jugendalter in das Erwachsenenalter gelingen, so das Fazit der Fachtagung, die gemeinsam vom Bundesverband katholischer Einrichtungen und Dienste der Erziehungshilfen e. V. (BVkE) und dem Institut für Kinder- und Jugendhilfe (IKJ) veranstaltet wurde.Die Veranstaltung fand im Rahmen des Projektes FORUM:A statt.

Thomas Köck, Vorstand des BVkE, eröffnete die Tagung und beklagte die völlig zersplitterte Gewährungspraxis bei der Ausgestaltung des § 41 Junge Volljährige im SGB VIII. Er mahnte an, dass die Caritas hier in einer Verantwortungsgemeinschaft steht, um die Übergänge in Ausbildung und Beruf sicher zu gewährleisten.

Im Anschluss setzten die Expert(-inn)en der Fachtagung Prof. Dr. Karin Böllert, Prof. Dr. Wolfgang Schröer und Prof. Dr. Michael Macsenare Impulse für notwendige Bedingungen gelingender Übergänge und resümierten, dass eine Kultur des Wiedersehens bei den betroffenen jungen Menschen im Vordergrund steht und nicht die bisher vorherrschende Kultur der Beendigung. Sie sehen die öffentliche und freie Jugendhilfe in der Verantwortung, für diese jungen Menschen die Koordination des Teilhabeprozesses im Sinne eines inklusiven Sozialgesetzbuches acht zu übernehmen.

Die Bundestagsabgeordneten Ulrike Bahr, Katja Dörner und Martin Patzelt diskutierten kontrovers, wie die Hilfen für junge Volljährige auszugestalten sind. Ulrike Bahr sieht das Konzept des Care Leaving als Bestandteil der Modernisierung des SGB VIII. Frau Dörner forderte bei der Reform des SGB VIII einen subjektiven Rechtsanspruch auf § 41 SGB VIII bis 23 Jahre, ein Rückkehrrecht und ein Erstantragsrecht, um die Teilhabechancen von jungen Menschen zu verbessern. Martin Patzelt mahnt an, wissenschaftliche Untersuchungen als Argumentationsgrundlagen heranzuziehen, um die langfristige Wirkungen der Hilfen abzubilden. Es geht um einen volkwirtschaftlichen Nutzen jeder Hilfe, der transparent dargestellt werden muss.

Zusätzlich erhielten alle Anwesenden mit der Vorstellung einer Modellberatungsstelle des Don Bosco Jugendwerks in Bamberg sowie dem Gespräch mit einer jungen Care Leaverin sehr praxisnahe Einblicke in Übergangsbiografien und Schwierigkeiten, mit denen junge Menschen im Übergang aus stationären Erziehungshilfen in ein selbstständiges Leben herausgefordert sind.

Wir danken allen Referent(-inn)en für Ihre Mitwirkung.

Die Tagungsdokumentation sowie die Presseerklärung zur Veranstaltung finden Sie auf der rechten Seite zum Herunterladen.

Weitere Präsentationen werden zeitnah ergänzt.

 

Das Projekt „FORUM:A“ wird im Rahmen des Programms „rückenwind+“ durch das Bundesministerium für Arbeit und Soziales und den Europäischen Sozialfonds gefördert.